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Nicht-wegschauen!

Heute möchte ich über das Musikvideo zum Song "32 Grad" von Fatoni & Dexter schreiben und eine Brücke zu einer Organisation schlagen, die durch ihren radikalen, bedingungslosen Humanismus meinen größten Respekt und Support bekommt: Mission Lifeline.



Ich habe ein derartiges Musikvideo noch nicht gesehen. Ich finde es auf eine tragische, absurde, groteske und brutale Art & Weise genial. Das Video spielt mit dem Thema Seeflucht und die immer stärker wachsende Diskrepanz zwischen Arm und Reich. Als ich das Video das erste Mal bei meinem Buddy Hussien sah, waren wir einfach überrumpelt und man hörte wenn überhaupt nur ein ''kraaaaasss... heftig... brutal' im Raum. Es lohnt sich, den Text genauer anzuschauen und die klassischen Urlaubsfloskeln im Zusammenhang mit den gerade im Moment ankommenden, über das Meer geflohenen Menschen auf sich wirken zu lassen (hier 2 kurze Auszüge):


"Ich frage die Einheimischen, ob sie den Code fürs Wi-Fi wissen."

"Barkeeper! Kannst Du mir einen Mai Tai mixen? Und noch ein bisschen Eis reinkippen?"


Und dann natürlich noch der treffendste Satz im Song zum heutigen Blog-Thema:


"Wenn ich was nicht sehen will dann kuck ich halt nicht hin."


Ich sende Grüße in meine alte Heimat München an Fatoni und nach Stuttgart an Dexter für Ihr Nicht-Wegschauen. Ich würde gerne einmal im Monat hier einen Special-Blogeintrag veröffentlichen, wo ich meine persönlichen Top 20 Musikvideo-Highlights kurz vorstelle und meine Gedanken dazu äußere. Wenn Ihr Videos in der Pipeline zu passenden Themeninhalten habt, schreibt diese gerne in die Kommentare und lasst uns daran teilhaben✊


Nilz Hübenbecker und eine Utopie


Was immer im meinem Kopf herumschwebt ist diese Woche auf meinem Spotify zu hören. Meine "Nicht-wegschauen-Playlist". Sie ist genreübergreifend. Es sind für mich sehr deepe Songs, mal mehr oder weniger auflehnend, mal lauter und mal filigran. Von Tracy Chapmann, Deichkind, 2Pac, Rage against the machine, System of a down, Dendemann, Hans Söllner, Heinz Ratz über Neil Young und Konstantin Wecker sind großartige Musiker/-innen am Start. Sie alle besingen Aufbruch und Solidarität. Und nun möchte ich hier die angesprochene Brücke zu Mission Lifeline schlagen in puncto Aufbruch und Solidarität.


Mission Lifeline - Bedingungsloser Humanismus


Ich bin schon seit längerem über diverse soziale Netzwerke auf diese Organisation aus Dresden aufmerksam geworden. Aber eine persönliche Verbindung habe ich aufgebaut, als ich ein sehr wertschätzendes und offenes Telefonat mit dem Gründer Axel Steier führte. In einem Beitrag wurde er jüngst als radikaler Humanist betitelt, und das Telefonat hat mich nachhaltig inspiriert. Es ging unter anderem darum, dass er den Menschen und Helfern in seiner Organisation vertraut und eigene Entscheidungen begrüßt. Ihr werdet sicherlich noch mehr hier lesen über diese Organisation, hier zum Abschluss noch eine positive Geschichte: Ich war gerade in Jena auf Geburtstagsbesuch bei einer langjährigen Freundin und ich habe ihr von Mission Lifeline und deren Einsatz erzählt. Und siehe da: Sie unterbricht und erzählt mir von Homies, die bei den Sea Punks aktiv sind. Ich wiederum sehe dann beim Recherchieren, dass Mission Lifeline mit den Sea Punks zusammenarbeitet. Es ist so geil zu sehen, dass auch hier eine Kommune wächst, die Schiffe baut, um bedingungslos, radikal humanistisch im Mittelmeer Menschenleben zu retten. Wenn es schon diverse Politiker nicht auf die Reihe kriegen (sondern im Gegenteil die Seenotrettung mit abstrusen neuen Gesetzen noch erschweren), dann muss man selbst ran.


Shout-outs an alle Humanisten da draußen! Bis nächsten Mittwoch, danke, dass so viele meinen neuen Blog verfolgen. Sat nam und bleibt alle gesund🌷✊🙏


Deine Kommune. Deine Gedanken. Lass sie frei sein!

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Blog Tulpentöne von Nilz Hübenbecker

© 2020 by Nilz Hübenbecker. Photos by Gerald Langer und Günther Klebinger.